Probleme der Abspaltung des Südsudan vom Nordan
Gedanken von Bischof Macram Max Gassis, Bischof der Diözese El Obeid
Ab dem 9. Januar 2011 soll im Südsudan eine Volksabstimmung durchgeführt werden, die zur Abtrennung vom Nordsudan führen kann. Dies würde die Gründung eines neuen unabhängigen Staates bedeuten.
Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Zweifelsohne glaube ich daran. Aber um dieses Recht auszuüben, muss die politische Führung gut vorbereitet, kompetent und im Besitz moralischer und geistiger Werte sein.
Ich will ganz ehrlich sein: Ich war immer für die Abtrennung des Südens, der Nubaberge und der Grenzgebiete wie Upper Blue Nile und Abyei. Und genauso hat es auch der verstorbene Dr. John Garang (Anführer der SPLM/SPLA) immer und immer wieder proklamiert.
Das Comprehensive Peace Agreement" (CPA) (umfassender Friedensvertrag zwischen dem Nord- und Südsudan), schloss die Menschen in diesen besagten Gebieten aus. Durch die Nichtberücksichtigung der Nubaberge, Upper Blue Nile und Abyei ist das CPA meiner Ansicht nach nicht umfassend.
Es ist nicht umfassend, weil es die Menschen der ersten Stunde und die Kirche nicht mit einbezieht, obwohl sie immer auf der Seite des Südsudans standen.
Wir als Kirchenführer wurden nicht nach unserer Meinung gefragt und deshalb weist das CPA viele Unklarheiten auf.
Markante und fundamentale Fragen sind die Scharia sowie die Rechte von Nicht-Muslimen und Nicht-Arabern. Tatsächlich wurde das Abkommen von zwei kriegführenden Parteien ausgehandelt und unterzeichnet, der Regierung in Khartoum und der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung bzw. Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLM/SPLA).
Da es im Sudan kein Vertrauen zwischen dem Norden und Süden gibt, ist kein echter Frieden möglich. Ich bin kein Pessimist, auch kein Optimist, sondern lediglich ein Realist.
Ich bete und hoffe, dass der Sudan nicht wieder zu Gewalt und Krieg zurückkehrt.
Möge unser Friedensfürst die Köpfe und Herzen unserer politisch Verantwortlichen erleuchten, auf dass sie erkennen, dass nur ein friedliches Übereinkommen zum Vorteil und zum Segen für den ganzen Sudan wäre.






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